Loben ist gar nicht so einfach und nicht immer eine tolle Idee. Das jedenfalls erläutern Jana Meitzner und Katharina Staudinger in einem Blog-Artikel auf Intrinsify me. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, , dass Lobs schwierig sein können und auch nach hinten los gehen können.

Die Autorinnen nennen 3 typische Gefahren beim loben:

  1. Durch Lob kann eine Abwertung erfolgen
  2. Lob kann zu einer internen Referenz werden
  3. Lob kann Bedürfnisse kompensieren.

Diese 3 Gefahren werden recht anschaulich erläutert. Die Abwertung passiert oft unbewusst und hat noch verschiedene andere Aspekte. Vielleicht ist der Gelobte gar nicht bereit für ein Lob oder empfindet seine Arbeit als nicht des Lobens würdig? Andere Team-Mitglieder werden vielleicht nicht so oft oder anders gelobt und fühlen sich dadurch schlecht? Hier ist letztendlich einfach Fingerspitzengefühl gefragt. Die richtige Mischung macht es.

Meine Meinung dazu ist, dass Loben schonmal ein erster Schritt in die Richtung ist. Als Manager sollte ich mich aber weiter entwickeln und lernen, wirklich zu wertschätzen und achtsam zu sein. Ich denke, es gibt immer noch viel zu wenig Lob im Arbeitsumfeld. Wenn wir jetzt dies auch noch negativ darstellen, verunsichern wir die falschen Manager. Diejenigen, die grade anfangen zu Loben und ihre ersten Erfahrungen damit machen. Mir fehlt in dem Artikel ein wenig die Idee, wie es besser gemacht werden kann.

Hier mein Vorschlag:

Wenn etwas richtig gut läuft und erfolgreich war, kann der Chef immer fragen, was den Erfolg ausgemacht hat. Was war hier anders und warum hat das so gut funktioniert? Wie können andere davon etwas lernen? Was können wir alle mitnehmen und läßt sich der Erfolg wiederholen? Allein durch ein Gespräch darüber, zeigst du Wertschätzung als Chef.

Erfolge sollen gefeiert werden. Wenn es wirklich was tolles, neues war, kannst du immer auch eine „Bühne“ anbieten, bspw. eine Vorstellung des Themas auf dem nächsten Team Meeting, bei der Quartals-Feier, im Firmen-internen Newsletter oder ähnlichem.

Aus tollen Erfolgen und guter Arbeit kann der Manager mehr machen, es ins Rampenlicht rücken und sich merken als Erfolgsstories des Teams. Motiviere den erfolgreichen Mitarbeiter, seinen Erfolg in den Quartalsberichte einzubauen und dann vielleicht auch als Erfolgsstory in das Jahresgespräch. Letztendlich hilft es dir dabei, den Mitarbeiter vielleicht zu Befördern oder eine Gehaltserhöhung genehmigt zu bekommen.

Die Autorinnen schreiben in Ihrem Artikel, Lob kann dazu führen, dass es sich anfühlt, als bekäme man eine Möhre vor die Nase gehängt. Ich glaube, dass passiert nur, wenn nicht wertschätzend miteinander umgegangen wird.

Es sollte selbstverständlich sein, die 2. genannte Gefahr im Auge zu behalten. Lobe nicht (nur) intern relevante Aktionen, sondern auch vor allem die Dinge, die für den eigentlichen Unternehmenserfolg besonders relevant sind. Im Vertrieb sind dies beispielsweise vor allem die erfolgreichen Verkäufe und nicht eine besonders tolle Forecast-Genauigkeit.


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